Erste Stolpersteinverlegung 2018
Ablauf und historischer Rahmen
Am 15. Mai 2018 begann in Flörsheim am Main die Verlegung von Stolpersteinen durch den Künstler Gunter Demnig. Vor dem Wohnhaus in der Albanusstraße 2 wurden die ersten fünf Gedenksteine der Stadt in das Straßenpflaster eingelassen. Sie erinnern an Dr. Max Schohl, seine Ehefrau Frieda Luise, die Töchter Helene und Käthe sowie seine Mutter Johanna Schohl – unmittelbar gegenüber dem einstigen Areal der Chemiefabrik Nassovia, die Dr. Schohl über viele Jahre erfolgreich und mit großem sozialem Verantwortungsbewusstsein geleitet hatte.
Das Gedenken an diesem Tag war von bewegenden persönlichen Begegnungen geprägt: Eigens aus den Vereinigten Staaten waren Familienangehörige der Familie Schohl nach Flörsheim gereist, um der Verlegung an der historischen Wohnstätte beizuwohnen. Begleitet wurde die Zeremonie zudem von dem US-amerikanischen Historiker David Clay Large, der das Schicksal der Familie in seinem Buch „Einwanderung abgelehnt: Wie eine deutsche Familie versuchte, den Nazis zu entkommen“ detailliert erforscht und veröffentlicht hat.
Im Anschluss an die Verlegung in der Albanusstraße besuchten die Angehörigen gemeinsam mit den Initiatoren weitere zentrale Orte des historischen jüdischen Lebens in Flörsheim. Neben einem Besuch des jüdischen Friedhofs führte der Weg in die Synagogengasse, wo an der dortigen Gedenktafel an die in der Pogromnacht vom November 1938 niedergebrannte Synagoge erinnert wurde.
Den feierlichen Abschluss des Gedenktages bildete eine gut besuchte Abendveranstaltung in der Flörsheimer Kulturscheune. Ansprachen hielten der damalige erste Vorsitzende des Vereins Stolpersteine Flörsheim e. V., Christian Melchior, der Künstler Gunter Demnig, der Historiker Dr. Bernd Blisch sowie Buchautor David Clay Large. Musikalisch umrahmt wurde das Programm durch Gesangsbeiträge des Sängerbundes Flörsheim. Im feierlichen Rahmen des Abends wurden den Patinnen und Paten im Beisein der Nachkommen ihre offiziellen Patenschaftsurkunden überreicht.
Verlegte Stolpersteine und Patenschaften
Für alle fünf Stolpersteine der Familie Schohl wurden Patenschaften aus der Bürgerschaft und Wirtschaft übernommen:
| Verlegeort | Name des Opfers | Geburtsdatum | Patenschaft |
|---|---|---|---|
| Albanusstraße 2 | Dr. Max Schohl | 16.11.1884 | Antonio Bianchino – Flörsheim |
| Frieda Luise (Liesel) Schohl geb. Gims | 26.05.1897 | Willi Melchior – Flörsheim | |
| Helene (Hela) Marianne Schohl | 18.07.1920 | Jakob Vogel – Flörsheim | |
| Käthe Wells geb. Schohl | 19.04.1923 | Firma Werner Achilles | |
| Johanna Schohl geb. Bodenheimer | 05.12.1861 | Familie Roth |
Fotodokumentation der Verlegung
Zu dieser ersten Verlegung erschien keine gesonderte Begleitbroschüre. Die Bilddokumentation steht nachfolgend als PDF zur Verfügung:
Fotodokumentation vom 15. Mai 2018
Umfassende fotografische Impressionen: Die Verlegung durch Gunter Demnig vor dem Haus Albanusstraße 2, der Besuch des jüdischen Friedhofs und der Synagogengasse sowie die abendliche Gedenkfeier in der Kulturscheune mit Übergabe der Patenschaftsurkunden.
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